Das Siegel "Qualitätsausbildung im Wassersport"





Wir sind mit dem Siegel "Qualitätsausbildung im Wassersport" ausgezeichnet und erfüllen die dafür erforderlichen Standarts.

Aufgrund des Bundestagsbeschlusses „Initiative zur Förderung des Wassersports“ sollte ein einheitliches Qualitätssiegel für Ausbildungen im Wassersport entwickelt werden. Um diese möglichst breit aufzustellen, entwickelte sich eine verbandsübergreifende Zusammenarbeit zwischen dem DMYV (Deutscher Motoryachtverband), dem VDS (Verband deutscher Sportbootschulen) und dem VDWS (Verband Deutscher Windsurfing- und Wassersportschulen). Der DSV (Deutscher Seglerverband) beteiligte sich nicht.

Zweck des Zusammenschlusses der Verbände war es, einen nach einheitlichen Kriterien zu vergebenen, gemeinsamen Qualitätsstandard für die den entsprechenden Verbänden angeschlossenen Ausbildungsbetriebe zu gewährleisten. Dadurch soll der wassersportsportinteressierten Öffentlichkeit eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl einer qualifizierten Ausbildungsstätte ermöglicht werden.

Die sich daraus ergebende Transparenz soll der Abgrenzung gegenüber den undurchschaubaren, verwirrenden und damit unzumutbaren Offerten von nicht organisierten und unqualifizierten Anbietern, von denen es leider immer noch sehr viele gibt, dienen.




Folgende Qualitätsstandards sind vorgeschrieben:

1. Schule - Formelle Voraussetzungen

  • Die Schule muss sich auf wirtschaftlich gesicherter Grundlage befinden, die Eigentumsverhältnisse nachweisen sowie die gewerbe- und steuerrechtlichen Voraussetzungen eines Unternehmens erfüllen. Dies gilt nicht für gemeinnützige Vereine.

  • Die Schule verfügt über einen gesicherten, jederzeitigen Zugang zum Ausbildungsgewässer, das Nutzungsrecht muss ggf. durch den Eigentümer oder Behörden bestätigt werden.

  • Die Schule muss eine ausreichende Haftpflichtversicherung nachweisen.

  • Jede Schule muss sich eindeutig als Verbandsschule darstellen. Dazu gehören Schulschild, Schulflagge und -Schulstempel, sowie die Verlinkung auf der Internetseite und der Hinweis auf Werbematerial.

  • Die Schule verpflichtet sich, die Ausbildung zum Erwerb der amtlichen Sportbootführerscheine entsprechend den gültigen Verordnungen und Durchführungsrichtlinien durchzuführen.

  • Die Schule verpflichtet sich, die Ausbildung und Prüfung zum Erwerb der freiwilligen Befähigungsnachweise und Zertifikate nach den Vorschriften des jeweiligen Verbandes durchzuführen.


2. Schule - Materielle Voraussetzungen

  • Die Schule verfügt über einen geeigneten Raum für Theorieunterricht, bei revierbedingtem Unterricht im Freien eine entsprechende Arbeitsfläche, mit einer angemessenen Zahl von Einzel- und Gruppenarbeitsplätzen.

  • Es müssen ausreichende Umkleidemöglichkeiten und sanitäre Anlagen vorhanden sein.

  • Das für den Ausbildungsbetrieb notwendige Schulungsmaterial muss optisch ansprechend gelagert und präsentiert werden.

  • Die Schule muss als Schulbetrieb zu erkennen sein. Das setzt voraus, dass es Informationstafeln, eine Beschilderung, eine Anmeldung, ein Büro sowie weitere typische Elemente gibt, die für den Verbraucher auf eine ordnungsgemäße Ausbildungsstätte schließen lassen.


3. Schulleitung - Personelle Voraussetzungen

  • Für die Leitung der Schule müssen die jeweils notwendigen Lizenzen der Mitgliedsverbände nachgewiesen werden.

  • Die Ausbildungsstätte muss über eine, ihrem Schüleraufkommen angemessene Zahl an Ausbildern verfügen.

  • Mindestens der Ausbildungsleiter für die jeweils angebotene Wassersportart muss im Besitz einer gültigen Ausbildungslizenz sein. Näheres regeln die Ausbildungsrichtlinien des jeweiligen Verbandes.

  • Schulen die über mehrere Niederlassungen verfügen, müssen diese Voraussetzungen an jeder Niederlassung erfüllen.


4. Unterrichtsausstattung

  • Die Ausbildungsstätte muss für alle am Standort angebotenen Kurse eine angemessene Zahl an Ausbildungsbooten bzw. einen entsprechenden Boardpark vorweisen. Alle Boote und Sportgeräte sollen von Bauart, Größe und den Manövereigenschaften für die Bewerber gut zu beherrschen sein.

  • Ausbildungsboote müssen die Anforderungen der Sportbootführerscheinverordnungen und sonstigen einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen in der jeweils aktuellen Fassung erfüllen.

  • Für sämtliche Ausbildungsboote ist der Abschluss von Haftpflichtversicherungen nachzuweisen.

  • Wenn es die rechtlichen Bedingungen oder die Besonderheiten des Reviers erfordern, muss ein motorbetriebenes Rettungsfahrzeug zur Verfügung stehen (beim Kitesurfen immer notwendig außer bei Stehrevieren).

  • Für die Ausbildung auf dem Wasser und die Vermietung stehen Schwimmwesten in ausreichender Zahl zur Verfügung.

  • Bei allen Strandsportarten muss für ausreichende Kälteschutzkleidung unter Einhaltung entsprechender Hygienevorschriften gesorgt sein.


5. Lehrmittel

  • Schulungsmaterial nach den gültigen Lehrplänen bzw. Ausbildung auf der Grundlage der gesetzlichen Vorschriften.

  • Hilfsmittel zur Stoffvermittlung wie Modelle, Tafel oder Flipchart, Beamer, Overheadprojektor, Videos, Kartenständer.

  • Soweit es für das Ausbildungsziel notwendig ist, sollten vorhanden sein: Verkehrs- und Sicherheitsvorschriften, Seekarten und -bestecke, See- und Hafenhandbücher, Tidenkalender, Bekanntmachungsmedien z.B. „Nachrichten für Seefahrer“ (NfS) oder „Bekanntmachungen für Seefahrer“ (BfS), elektronische Navigationshilfen, Funkgeräte (nur bei Funkausbildung).

  • Knotentafeln und Tauwerk zum Üben.



Die aufgeführten Voraussetzungen sind Mindestanforderungen, die durch weitere Elemente aus den besonderen Bestimmungen der einzelne Verbände zu ergänzen sind, soweit dies für einen qualitativ angemessenen Schulungsbetrieb notwendig ist.


Umsetzung

Die vertragsschließenden Verbände verpflichten sich, die jeweils vorhandenen Qualitätsstandards einzuhalten und für die Umsetzung in den ihnen angeschlossenen Betrieben zu sorgen. Der jeweilige Mitgliedsverband ist berechtigt, jederzeit und unangemeldet Kontrollen in seinen Schulen durchzuführen. Die Berechtigung zum Führen des Qualitätssiegels endet nach 5 Jahren. Ein Standort-Check durch den jeweiligen Verband wird im gleichen Rhythmus durchgeführt. Ist ein Standort-Check in dem Zeitraum von 5 Jahren nicht erfolgt, kann die Ausbildungsstätte schriftlich einen Verlängerungsantrag stellen, und dabei erklären, dass sie die Qualitätskriterien weiterhin erfüllt.


Mit der Einführung diese Qualitätsstandards, sowie dem Inkrafttreten der neuen Sportbootführerscheinverordnung am 10. Mai 2017 zu den ehemaligen Sportbootführerscheinen See und Binnen, die nun „Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Seeschifffahrtsstraßen“ und „Sportbootführerschein mit dem Geltungsbereich Binnenschifffahrt“ heißen, sahen wir unser Gründungsziel - Verbesserug der Ausbildung im Wassersport - als erfüllt an.

Doch die ursprüngliche Zusage des Bundes, die Verbände bei der Vermarktung des Siegels finanziell zu unterstützen, wurde nicht eingehalten. Somit entschlossen wir uns, im Sinne einer guten Wassersportausbildung, auch weiterhin auszubilden und Kurse anzubieten.

Die QAW-Standarts können Sie auch hier noch einmal nachlesen















Die Eröffnungsfeier des WZO