Skipper muss neuerdings auch Funker sein
 

Die 12. Verordnung zur Änderung seeverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 06.08.2005 ist in Kraft getreten. Diese Verordnung hat erhebliche Auswirkungen auf die Sportschifffahrt. Unter anderem ist in der Sportseeschifferschein-Verordnung festgelegt worden, dass „Führer von Sportfahrzeugen ihre Befähigung zur Teilnahme am mobilen Seefunkdienst und am mobilen Seefunkdienst über Satelliten entsprechend der funktechnischen Ausrüstung der von ihnen geführten Schiffe nachweisen müssen.“ Diese neue gesetzliche Regelung wird auch erhebliche Auswirkungen beispielsweise auf das Chartern von Sportbooten haben.

      Obige Aussage bedeutet im Klartext: Der Schiffsführer eines Sportbootes muss nun zwingend im Besitz des Funkzeugnisses entsprechenden der funktechnischen Ausrüstung seines Schiffes sein!
       Besitzt der Charterer nämlich nicht die Funkqualifikation entsprechend der funktechnischen Ausrüstung des Charterschiffes, darf er nicht als Schiffsführer eingesetzt werden.

        Es reicht nicht mehr aus, wenn "irgendeine Person" an Bord ein Funkzeugnis besitzt. Da es in der Verordnung heißt: „Führer von Sportfahrzeugen“ ist es auch unabhängig von der jeweiligen Fahrerlaubnis des Schiffsführers. Auch der Führer eines Sportbootes, das „nur“ mit dem Sportbootführerschein See geführt wird, jedoch eine betriebsfähige Funkanlage an Bord hat, fällt unter diese Regelung. Betriebsfähig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Funkanlage mit einfachen Mitteln in Betrieb genommen werden kann; das Ausbauen nur einer Sicherung oder das Abnehmen des Mikrofons reicht nicht um die Anlage außer Betrieb zu nehmen.

        Im Binnenland gibt es eine derartige Regelung betreffend der Funkzeugnisse in der Sportschifffahrt zur Zeit noch nicht.
       Somit wird es unumgänglich für den Führer eines Fahrzeuges, im Bereich der Seeschifffahrtsstraßen oder auf der hohen See, die Funkzeugnisse entsprechend der funktechnischen Ausstattung des von ihnen geführten Sportbootes zu erwerben

 
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Seefahrt ohne Seefunk künftig grob fahrlässig?
 
 

Mit ist einfach sicherer (Seefunkanlage, was habt Ihr denn gedacht?)


Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) hat in einem seiner Sprüche das Fehlen einer UKW-Seefunkanlage kritisiert. Die Begründung des Spruches erfolgte sinngemäß folgendermaßen:

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat in der Broschüre "Sicherheit im See- und Küstenbereich - Sorgfaltsregeln für die Sportschifffahrt" aufgestellt.

Die Broschüre "Sicherheit auf dem Wasser" (zu beziehen über das Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen, oder bei uns - solange der Vorrat reicht) enthält auch eine Empfehlung über Boot und Ausrüstung. Auch diese enthält eine Aufzählung der Sicherheitsausrüstung und ebenfalls ist eine UKW-Seefunkanlage enthalten.

Das BSH spricht zwar nur Empfehlungen aus, doch beschreibt es genau wie der Deutsche Seglerverband (DSV) die heute an Bord von Sportbooten üblichen Standards. Diese Standarts werden dann in Untersuchungen bei Seeunfällen immer wieder herangezogen. 

Wer also eine Seereise antritt, ohne diese Standards zu befolgen, beispielsweise keine Seefunkanlage an Bord hat, vertößt gegen diese Standards. Damit in Zukunft keine Missverständnisse auftreten können, hat die BSU eindeutig darauf hingewiesen, die kleinen Fahrzeuge nach diesen Standard auszurüsten. 

Dieser Spruch bedeutet für die Sportschifffahrt, dass das Fehlen eines Seefunkgerätes an Bord eines seegehenden Schiffes zukünftig als grob fahrlässig eingestuft werden kann. Dies gilt natürlich genauso auf keineren Fahrzeugen. 

Doch es bedeutet auch: Die Versicherung wird leistungsfrei. Denn zivilrechtlich bedeutet 'grobe Fahrlässigkeit' den Verlust des Versicherungsschutzes. 

Im Falle eines Unfalles wird geprüft werden, in wieweit die empfohlene Ausrüstung sich an Bord befand. Beim Fehlen von Ausrüstungsgegenständen erfolgt eine weitere Untersuchung und zwar wird geprüft, in wieweit das Vorhandensein der empfohlenen Sicherheitsausrütung den Seeunfall hätte vermeiden  oder die Folgen des Unfalles vermindern können. 

Wäre dies der Fall gewesen, dann liegt ein Fall der 'groben Fahrlässigkeit' vor, mit der Kosequenz, dass die Versicherung zwar bezahllt, sich das Geld jedoch beim Eigner bzw. Schiffsführer wiederholen wird.

Nun ist es vielleicht auch ein wenig verständlicher, weshalb die 12. Verordnung zur Änderung seeverkehrs-rechtlicher Vorschriften vom 06.08.2005 in bezug auf Seefunk so gefasst wurde. 

 
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Promillegrenze nun auch im Seebereich gesenkt
 
  Ebenfalls in der 12. Verordnung zur Änderung seeverkehrsrechtlicher Vorschriften vom 06.08.2005 ist festgelegt worden, dass "wer 0,25mg/l oder mehr Alkohol in der Atemluft oder 0,5 Promille oder mehr Alkohol im Blut hat, weder ein Fahrzeug führen noch als Mitglied der Schiffsbesatzung eine andere Tätigkeit des Brücken-, Decks- oder Maschinendienstes ausüben darf". 

Das bedeutet, dass auf Yachten Skipper, Wachführer, aber auch mit einer Aufgabe betraute Mitsegler auf dem Vordeck oder im Maschinenraum, diesen Wert nicht überschreiten dürfen. 

Also Vorsicht, wenn "Mitfahrer" nach Alkoholgenuss beim Anlegen helfen wollen. Halten sie auf dem Vorschiff nur einen Festmacher in der Hand, befinden sie sich im Decksdienst. Lässt der Schiffsführer (der natürlich immer nüchtern ist) dies zu oder fordert gar zur Hilfe auf, dann verstößt er gegen diese Regelung und muss auch die Konsequenzen tragen.

 
Diese Promillegrenze galt in der Binnenschiffahrt (und auch Binnensportschifffahrt) schon länger. 

In der Fahrgastschifffahrt und bei Gefahrguttransporten ist der Wert sogar auf 0,0 Promille festgesetzt. 

 

 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
Hörwache auf UKW-Kanal 16 bleibt bestehen
Beschluss des Unterausschusses Suche und Rettung (COMSAR 8) über die Hörwache auf UKW-Kanal 16 durch SOLAS-Schiffe. 

Geplant war, die Abhörpflicht auf Kanal 16 noch dieses Jahr abzuschaffen. Nach ausführlicher Diskussion über die Hörwache auf UKW-Kanal 16 kam der Unterausschuss COMSAR 8 jedoch zu dem Schluss, dass die Hörwache auf UKW-Kanal 16 für SOLAS-Schiffe, wenn sie sich auf See befinden, auch in absehbarer Zeit erforderlich ist, damit:

 1) ein Kanal für die Notalarmierung und den Funkverkehr für Nicht-SOLAS-Schiffe 

und 

 2) für den Funkverkehr Schiff-Schiff für SOLAS-Schiffe zur Verfügung steht. 

(NfS 46/04) 
 

Bildquelle: 
Bremer Rrundfunkmuseum