Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2003

 
Für Pfingsten war eigentlich beim "open Ship" verabredet worden, dass wir nach Helgoland gehen. Jedoch sah der Wetterbericht nicht so gut aus für diese Tage und wir entschlossen uns, die Weser nicht zu verlassen. 

 
 
Andere Skipper waren nicht so umsichtig und haben die Fahrt angetreten.

 
 
Wir machten uns eine schöne Zeit auf der Weser und warteten auf das Unwetter.

 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
während wir weiter relaxen.

 
Doch langsam zog sich der Himmel immer mehr zu und das angekündigte Unwetter rückte näher...... 

 
...dann ging alles sehr schnell. Innerhalb von 20 Minuten war das Unwetter da. Wir konnten die Boote gerade noch trennen und sturmfest machen, dann brach das Unwetter über uns herein....

 

 
 
 2 1/2 Stunden später beruhigt sich das Wetter wieder. 

 
 
Wir fuhren wieder in den Hafen nach Lemwerder, ganz im Gegensatz zu den Booten, die den Törn nach Helgoland angetreten hatten. Die Besatzungen mußten alle mit der Fähre oder dem Flugzeug auf das Festland kommen und die Boote auf Helgoland zurücklassen. Wir hatten doch die "richtige" Entscheidung getroffen was die Absage des Helgoland-Törns betraf, wenn es auch schade war. Wieder einmal bewies sich der alte Grundsatz: Der Skipper plant - aber die See bestimmt! zurück zum Flugbootpiloten

 
 

 
 

 
 

 
 

 
 
Leider geht es nicht in den Heimathafen sondern in die Lesum zur Fa. Haumann Motoren und Service. Die Maschine hat immer noch nicht die zu erwartende Leistung und somit steht wieder eine Nachbesserung an. 

 
Nach erneuter Übernahme der Hot Water steht wieder mal eine Ausbildungsfahrt auf dem Programm. Martina macht ihre Sache sehr gut, was sich zu einem späterem Zeitpunkt noch einmal verdeutlichen wird.

 
Aber auch andere Boote machen Spaß. Mike Schnülle, der Jugendleiter vom LMB, hat uns ein Jugendboot - die er übrigens selbst baut - zur Verfügung gestellt. Er durfte bei uns kostenlos an einem Kurs teilnehmen, um für die Jugendarbeit auf dem Laufendem zu bleiben. Als kleinen Dank darf der Skipper das Boot testen. 

 

 
Dann zur Abwechslung mal ein bißchen Wasserski mit Freuden. 

 
 

 
 
Bei dieser Aktion gab es einen Schlag, während Navigator Martin das Ruder übernommen hatte, damit der Schieber auch mal Spaß mit dem Reifen haben konnte. Die Maschine macht merkwürdige Geräusche und wurde sofort abgestellt. Eine Prüfung brachte kein Ergebnis. Also Spaß beenden und mit kleinster Fahrt in den Hafen dümpeln. Fa. Haumann wurde verständigt. 

 
 

 
Eine Besonderheit am Rande: Rechts innen am Steg liegt eine originale Formula aus den 60er Jahren. Mit einem solchem Boot hat Don Aronow seine Versuche gefahren und die Firma Formula als Rennbootschmiede gegründet. Der legendäre 233er Rumpf aus dem 
Jahr 1963. Ein Schätzchen, für das der Skipper aber kein Auge hatte in dieser Situation.
 

Anmerkung des Autors: Don Aronow war Gründer und Inhaber  u.a. der Firmen: Formula Marine (1963 bis 1964), Donzi Marine (1964 bis 1966), Magnum Marine (1966 bis 1968), gründete dann das Cigarette Racing Team (1970 bis 1978) und das USA Racing Team (1979 bis 1987), bevor er am 3. Februar 1987 erschossen wurde. Die Firmen verkaufte er wieder, u.a. auch Formula Marine, da die Boote sich nur vermarkten ließen, wenn sie über eine entsprechend komfortable Ausstattung verfügten. Dies führte ihn aber immer weiter von seinem eigentlichem Ziel - nämlich schnelle Rennbote zu bauen - weg. Mit den Racing Teams war dies anders!

Bei Gelegenheit mehr zu diesem Thema!
Ansonsten empfehlen wir das Buch: Don Aronow, The King Of Thunderboat Row
Publischt by Write Stuff Syndicate, inc.


 
 

 
 
Der Prüfer hat Verständnis für die Situation. Alle Prüflinge werden an Bord genommen und es geht dann sofort los. Gleich das erste "Boje über Bord Manöver" geht schief. Aber das war wohl eine Ausnahme. Alle anderen Manöver funktionieren auf Anhieb. 

 
 

 
 
Noch versteckt sich Martina. Doch ihre Stunde steht bald an. Sie kommt als letzte ans Ruder zur Prüfung. Als sie erkennt, dass sie nun das Anlegemanöver fahren muß, ist sie dann doch etwas geschockt. Aber der Prüfer redet ihr Mut zu. Alles hätte so gut geklappt bis jetzt, das schafft sie auch noch und den Letzten trifft es nun mal. Sie sagt, wenn sie das geahnt hätte, dann wäre sie früher ans Ruder gegangen.
Aber es nützt nichts, der Anleger wartet. Sie fährt beherzt auf den Steg zu. Der Prüfer will ihr helfen, da sie sehr schnell ist. Seinen Hinweis "das ist kein Auto, hier gibt es keine Bremse" beantwortet sie mit dem Ausspruch: "Ich weiss !" fährt aber unverändert schnell weiter. Guter Winkel zum Anleger, aber immer noch verdammt schnell. Gerade als der Skipper eingreifen will, geht sie auf voll zurück. Das Boot stoppt auf der Stelle und liegt phantastisch am Anleger. Die Fender berühren nicht mal den Steg. Der Prüfer staunt nicht schlecht, genauso wie der Skipper. Allerdings kann sich der Skipper den Ausspruch: " Das machen die alle so, auch mit fremden Booten" nicht verkneifen ;-) . Ein völlig begeisterter Prüfer verlässt die "Santana" und wendet sich den anderen Schulen zu. 

 

 
 
Gruppenbild mit Skipper. Große Erleichterung bei allen. Sowohl Praxis als auch Theorie bestanden und das unter erschwerten Bedingungen. Phantastische Leistung!! 

Hoffentlich geht bei der Maschine der "Hot Water" auch alles so problemlos !

Sie steht bei Fa. Haumann und wartet auf die Prüfung der Maschine. Sie soll sofort zerlegt werden, jedoch besteht der Skipper auf eine Kompressionsprüfung vor Beginn der Arbeiten.


 
 

 

 
Die Fa. Haumann wartet mit ihrem gesamten Equipment und kollektivem Know-how auf. Stück für Stück wird das Herzstück der "Hot Water" zerlegt, doch noch lässt sich kein Fehler finden. 
Die Suche geht weiter!

 

 
Der Schlingel ist gefunden! Die Nockenwelle war Schuld an der ganzen Misere der Saison. Sie ist eingelaufen. Ein Nocken ist völlig weg, ein anderer beschädigt. 

 

 
 Somit war der Motor zwar noch zu retten, aber Fa. Haumann legte uns nahe, eine ganz neue Antriebseinheit (Motor und Antrieb) zu kaufen. Das war aus unserer Sicht nach der kostspieligen Aufarbeitung der Originalmaschine nicht einzusehen. Da schnell eine Maschine benötigt wurde, mußte eine bereits aufbereitete Volvo Penta 7,4 l Maschine besorgt werden, die auch zum vorhandenen 290 Volvo-Antrieb kompatibel war. Hierbei war die Firma Tibus, bei der das Boot seinerzeit gekauft wurde, sehr behilflich. Sie ließen uns nicht im Stich und wollten auch keinen Gewinn aus dieser Notlage schlagen. Innerhalb kürzester Zeit hatten sie einen Ersatzmotor als Longblock (Komplettmotor ohne Ölwanne und Ventildeckel, sowie ohne Anbauteile wie Zündung Vergaser u.ä.) bei der Fa. Funtime besorgt und nach Bremen liefern lassen. Hier wurde der Motor durch die Fa. Haumann mit den EdelbrockTuningteilen komplettiert und ins Boot eingebaut. 

 
 
 Ein neues Spiel, ein neues Glück!

Wieder einmal wird die Maschine der "Hot Water" durch den Skipper schonend eingefahren!

Schnell stellte sich jedoch heraus, dass sie maximal nur 4000 rpm drehte nicht wie vorgesehen 4600 rpm. Doch hier bestand noch die Hoffnung, dass die Maschine sich erst einmal frei laufen musste. Nach dem Einfahren stehen wieder zwei Einzellausbildungen an. Die Teilnehmer haben auf Wunsch jedoch gemeinsame Praxisausbildung! 

Schnell wird klar, dass die Maschine nicht ordentlich läuft. Nach ca. 36 Std. waren kurzfristig metallische Geräusche zu hören und die Leistung der Maschine ließ erheblich nach. Das Boot kam nicht mal mehr in Gleitfahrt. Mit Hilfe von Frank Schürenstedt wurde die gesamte Motorenelektrik durchgemessen. Die war jedoch in Ordnung. Die zur Hilfe gerufene Fa. Bengsch stellte fest, dass die Kompression etwas zu niedrig war. Also: Ein Anruf beim Fa. Funtime!
Antwort: Zwei Möglichkeiten: Boot hier her, oder Maschine ausbauen und anliefern zur Prüfung. 

Also muß für die Beendigung der Gruppenausbildungen ein Leihboot her. Aber auch darauf macht die Hot Water Ausbildung Spaß, wie zu sehen ist!


 
 
Irgendwie schon ein gebranntes Kind was Maschinenprobleme betrifft lassen wir die Maschine durch die Fa. Bengsch in Riede ausbauen und vor Anlieferung bei Fa. Funtime erst mal auf den Motorenprüfstand bei Fa. Fink in Bremen testen. Nach Abschluß dieser Testes stand fest, dass die Anbauteile in Ordnung waren und der Fehler am Motor selbst liegen mußte.

 
 
Steuerpult Prüfstand Wirbelstrombremse

 
Erster Motortest

 
 
So wurde die Maschine zu Fa. Funtime geliefert. Sie stellten nach Ihrer Überzeugung und nach ausgiebiger Rücksprache mit der Fa. Haumann fest, dass die Anbauteile nicht zum Motor passen. Doch diese Aussage war eigentlich schon durch einen Lauf auf dem Prüfstand widerlegt. Gemäß Funtime war die Maschine vollkommen in Ordnung, was auch in einem Brief bestätigt wird. Nach einem Telefonat mit dem Werkstattmeister der Fa. Funtime stellt sich heraus, dass der Motor, trotzdem das er vollkommen in Ordnung war, neue Haupt- und Pneullager erhalten hat. Nachdem der Motor wieder in Bremen angekommen war, wurde sofort ein erneuter Testlauf auf dem Motorenprüfstand vorgenommen. Dieser ergab die gleiche schlechte Leistung wie der erste Test. Da Funtime darauf bestand, dass die Ursache in den Edelbrock-Anbauteilen liegt, wurde dann die Maschine für einen weiteren Probelauf auf original Volvo Teile umgerüstet. Die Leistung nach dieser Umrüstung war jedoch noch geringer als zuvor. 

 
 
Motor vor dem Testlauf auf dem Motorenprüfstand der Fa. Fink nach der Umrüstung auf Volvo Penta Originalteile. Die Ansaugspinne und der Vergaser von Edelbrock neben dem Motor und ein Skipper, dem die Begeisterung über die Sache förmlich ins Gesicht geschrieben ist.

 
Die Firma Funtime fordert daraufhin den Motor erneut zu einer Nachbesserung an. Der Ausgang dieser Nachbesseung bleibt abzuwarten und so schlummert die Hot Water - wieder einmal ohne Motor- im Winterlager.

 

 
Die Saison 2003 ist zu Ende. Rückblickend läßt sich feststellen: Es war eine aufregende, ereignisreiche Saison. 
Neben schönen Erlebnissen und Törns war sie geprägt von einem Wechsel der Motoren Service Firma und zwei kaputten Motoren. 

Wir schauen der Saison 2004 erwartungsvoll entgegen und sind schon ganz gespannt, welche Überraschungen sie für uns bereithält. 

Nicht zuletzt wollen wir uns bei unseren Freunden und Bekannten bedanken, die uns so tatkräftig in dieser Saison unterstütz haben.

Ohne diese tatkräftige Unterstützung hätten wir manches nicht so gut geschafft.
 

Und wir? Wir bauen weiter auf den "Hot Water Effekt" erstmals Fototechnisch dokumentiert -

bei unserer Fahrschülerin Christine. 


 
 
1) Das erste Mal und soooo aufregend ! 2) Wie soll ich das bloss alles hinbekommen?
 
3) Was wollen die nur alle von mir? 4) Schon besser - gleich noch mal probieren. Nicht dass es nur ein Zufall war!
 
5) Da bekommt der Begriff "Joystick" eine völlig neue Bedeutung ! 6) Das klappt ja wie verrückt ! Na wenn das keinen Spass macht, was dann?

 
 

 
 
In Erinnerung an eine wunderschöne Saison 2003. Diese Bild wurde aufgenommen auf dem Einfahrtörn der neuen Maschine der "Hot Water" am 21. September 2003. 

 
 
 
Saison 2004 coming soon...

 
 
 
 
 
 
 
 

Lesen Sie weiter:
 

 Die Vorgeschichte des Bootes

 Die Umrüstung zum Schulungsboot

 Bootstaufe und Stapellauf

 Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2002

 Werftaufenthalt 2002 / 2003

Übernahme und erste Ausbildungsfahrt

Meisterabnahme und erste Seeerprobung

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2003-I

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2003-II

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2004

Motorentest 2004

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2004-II

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2005

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2005

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2006

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2007

Auszüge aus dem Logbuch der Saison 2008