Die Kurzgeschicht des Offshore-Fahrens
 

So wie die Rennen heute noch stattfinden wurden sie 1956 in dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten “erfunden”.
Der Autonarr Sherman “Red” Crise und der Yachtdesigner Dick Bertram veranstalteten das erste Rennen über 184 Meilen von Miami/Florida nach Nassau/Bahamas. Es gab damals kein Preisgeld oder ähnliches, lediglich die Ehre. Und so kamen 11 ausgewählte Teams aus allen Ecken des Kontinents zusammen.
Damals saßen die Piloten in normaler Kleidung in offenen Booten und trotzten Wind und Wellen. Dabei versuchten Sie auch noch mit dem Kompass zu navigieren. Am Ende dieses heute unter Offshore-Fahrern als legendär angesehenen Rennens, siegte der Kriegsveteran Sam Griffith mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von sage und schreibe 19.7mph(31.7km/h) auf dem insgesamt 184 Meilen langen Kurs. Der Offshoresport hatte seinen ersten Helden!
 

Bis in die Fünziger Jahre blieb der Sport bei den Amerikanern. Dann, in den frühen Sechzigern holten der Engländer Sir Max Aitken und der Italiener Auilio Petroni den Offshore Rennsport nach Europa.
Damit begann ein langer Wettkampf über die Vorherrschaft im Offshore-Rennen. Die Amerikaner hatten beste Maschinen und Mechaniker. Doch die Europäer holten auf.

Waren in den Anfangsjahren noch rund 160,000 US $ genug um eine Saison zu bestreiten, so würde diese Summe heute nicht ausreichen die Kosten für die Propeller eines Topteams zu decken. Konkurrenzfähige Teams geben heutzutage so um die 2,8 Mio. US$ pro Saison aus, aber auch die Sicherheitsanforderungen wurden erhöht. So sitzen die heutigen Piloten in praktisch unzerstörbaren Kanzeln die denen von F-16 Kampfflugzeugen nachempfunden sind.

Im Jahre 1978 gewann dann zum ersten Mal ein Boot, das nicht von Amerikaner entworfen und zusammengebaut wurden wurde. Der Italiener Francesco Cosentino holte sich den Titel in einem von dem Briten Don Shead gebauten Boot. Don Shead hat dieses Boot in dem “Offshore-Ort” Viareggio zusammengebaut.

Einen erneuten Aufschwung nahm der Sport durch die Fernsehserie Miami Vice. Einer der „Hauptdarsteller“ der Serie war eine Scarab 38 KV, die heute auf dem Bodensee fährt. Duch den Eintritt von so populären Schaspielern wie Don Johnson, Kurt Russel und Chuck Norris bekam der Sport eine gewisse Breitenwirkung.

Ein trauiges Ende fand die Meisterschaft 1990, als Stefan Casiraghi (Ehemann von Caroline v. Monaco) während des Rennes in Monaco bei einem Unfall zu Tode kam. Es wurde in diesem Jahr kein Titel vergeben.

Mit den heutigen Sicherheitsvorkehrungen, wie Sicherheitszellen, Abdeckhauben aus der Flugzeugindustrie, Gurten, Sicherheitssitze, feuerfeste Anzüge und ständigem Funkkontakt haben die heutigen Boote/Teams nicht mehr viel mit ihren Vorgängern gemeinsam.

Doch diese Fakten lassen sich viel besser nachlesen, z. B. auf Howard Arneson    .

Uns interessiert eher die Frage, was aus den Pionieren dieses Sportes geworden ist. Einige von ihnen waren bis zum Ende ihres Lebens auf der Jagt nach Rekorden. Hat jemanden einmal das Fieber gepackt, lässt es einen nicht so schnell wieder los. Etliche haben aus ihrer Leidenschaft ganze Industriekonzerne gegründet, die noch heute bestehen.