Sea Cloud II kommt nach Hamburg und Sylt

 

(10.05.08) Erstmals nach drei Jahren geht die legendäre Segelyacht Sea Cloud II am 30. Mai in Hamburg vor Anker. Die Drei-Mast-Bark fährt am frühen Morgen Elbe aufwärts und macht gegen 8 Uhr an der Überseebrücke fest. Hier liegt der Großsegler tagsüber vor Anker. Für Medienvertreter findet am 30. Mai um 13 Uhr ein Besichtigungstermin statt (nur mit Vorab-Akkreditierung). Auch für individuelle Besucher werden gegen Voranmeldung Termine angeboten (siehe unten), wobei die Plätze aufgrund der Größe des Schiffes (117 Meter Länge) begrenzt sind. Auch vom Hafen aus ist das Schiff für alle Segelenthusiasten gut sichtbar. Von Hamburg aus geht es am Abend des 30. Mai weiter nach Sylt, wo die Sea Cloud II zwischen 31. Mai und 1. Juni in List vor Anker liegt. Von dort aus geht es zurück nach Hamburg. Am 2. Juni startet die Sea Cloud II auf eine große Ostseereise, die am 3. Juni erneut über List auf Sylt führt. Eine Reise im August führt die Sea Cloud II am 8. August ein weiteres Mal nach Hamburg.
 

Quelle: PR Team Andreas Kling/Mareike Guhr


 
 
 
 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
Mast- und Schotbruch für die neue Wassersportsaison

 

Der Wassersport gewinnt an Bedeutung
02. Mai 2008, Nr.: 104/2008

Der lange Winter ist endgültig vorbei, an diesem Wochenende beginnt für Millionen Wassersportler in Deutschland die aktive Zeit.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee sagte in Berlin: "Für die neue Saison wünsche ich allen Wassersportlern viel Spaß, gute Erholung, Entspannung und die notwendige Fitness. Sie betreiben einen faszinierenden Sport inmitten der Natur. Auf Deutschlands Flüssen, Seen, auf Nord- und Ostsee bestehen hervorragende Wassersportmöglichkeiten. Weit mehr als sechs Millionen Menschen verbringen inzwischen ihre Freizeit auf dem Wasser, immer mehr Boote sind unterwegs. Ich bitte alle Wassersportler, mit der gebotenen Vorsicht unterwegs zu sein und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Zu diesem Zweck wird der Bund unter anderem konkrete Maßnahmen für die Verbesserung des Lärmschutzes ergreifen." 
Mit einem rund 10.000 Kilometer langen Wasserwegenetz, Tausenden Seen und 23.000 Quadratkilometern Seewasserstraßen auf Nord- und Ostsee bietet Deutsch-land hervorragende Bedingungen für den Wassersport. 
"Wassersport und Wassertourismus sind längst zu bedeutenden Wirtschaftszweigen geworden", so Minister Tiefensee weiter. "Deswegen wird der Bund den Wassersport auch in Zukunft nach Kräften fördern. Wir wollen die Bedingungen für Wassersportler weiter verbessern und bürokratische Hemmnisse abbauen. Dabei hat die Sicherheit der Segler, Ruderer, Kanuten, Motorbootfahrer und Surfer absoluten Vorrang. Ich setze mich dafür ein, dass diese fantastischen Sportarten auch in Zukunft mit dem Natur- und Umweltschutz in Einklang gebracht werden. Allen Wassersport freunden wünsche ich Mast- und Schotbruch sowie stets eine Handbreit Wasser unter dem Kiel." 

Für die Wassersportsaison weist das Bundesverkehrsministerium besonders auf folgende Regelungen hin:

Funkzeugnisse

Wenn eine Seefunkanlage an Bord ist, muss der Skipper ein entsprechendes Betriebszeugnis vorweisen. Die Zahl der verantwortungsbewussten Schiffskapitäne, die ein solches Zeugnis erwerben, ist erfreulicherweise stark angestiegen. Deswegen wird für die Wassersportsaisons 2008 und 2009 letz tmalig auf ein Bußgeld verzichtet. Hinweis: Ohne Zeugnis wird die Versicherung im Schadensfall möglicherweise eine Regulierung verweigern. 
Die Funkzeugnisse der britischen Royal Yachting Association (RYA) reichen für die Teilnahme am Seefunkverkehr an Bord eines unter deutscher Flagge fahrenden Schiffes nicht aus. Nach einer erfolgreichen Anpassungsprüfung kann künftig ein deutsches Funkbetriebszeugnis (SRC) ausgegeben werden. Die Details werden zur-zeit erarbeitet. 
Lärmschutz

Die für die Seeschifffahrtsstraßen zuständigen Behörden können gegen unzumutbar laute Sportboote vorgehen. Mit Maßnahmen wie örtlich begrenzten Fahrverboten sollen Skipper zur freiwilligen Nachrüstung ihrer Motoren angehalten werden. Betroffen sind Boote, die die Lärmschutzvorgaben der europäischen Sportbootrichtlinie überschreiten. Das Bundesverkehrsministerium hat damit einen fairen Ausgleich zwischen Speedboot-Liebhabern und betroffenen Anwohnern geschaffen. 
 

Tiefensee: Mit innovativen Ideen neue Märkte erschließen

Galileo: Nationale Anwenderkonferenz in Potsdam eröffnet

29. April 2008, Nr.: 98/2008

"Mit Galileo wird die Satellitennavigation noch exakter und vor allem zuverlässiger. Das eröffnet völlig neue Perspektiven bei der Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen. Für die deutsche Wirtschaft sind die Galileo-Anwendungen deshalb  langfristig besonders interessant. Sie sind der eigentliche Galileo-Markt und damit Garant für eine Vielzahl von Arbeitsplätzen im Hochtechnologiebereich. Die Politik hat die Voraussetzung für die Realisierung des Galileo-Systems geschaffen. Jetzt ist die Innovationskraft der deutschen Unternehmer gefragt", so Wolfgang Tiefensee anlässlich der Galileo-Anwenderkonferenz des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Potsdam.

Der Weltmarkt für Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Satellitennavigation wird laut Prognosen der europäischen Kommission bis zum Jahr 2025 ein Volumen von 400 Milliarden Euro erreichen. Bis 2020 sollen rund drei Milliarden Empfangsgeräte für Satellitennavigation in Betrieb sein. Das Galileo-Programm wird europaweit circa 150.000 Arbeitsplätze schaffen.
"Das ist ein enormes Potential. An diesem Markt kann und muss die deutsche Wirtschaft partizipieren", so Tiefensee. 
Möglich sind zum Beispiel Anwendungen im Flugverkehr, wo Galileo entscheidenden Einfluss auf die Verkehrsabwicklung haben wird, da direktere Flugrouten gewählt werden können und eine dichtere Staffelung der Flugzeuge möglich ist. Damit würde der Treibstoffverbrauch im Luftverkehr erheblich reduziert. Galileo ist aber auch für die privaten Nutzer im Alltag interessant. So wird die höhere Präzision von Galileo mit ihren zielgenauen, ortsbezogenen Informationen beispielsweise die Lebensqualität sehbehinderter Menschen deutlich verbessern.
Um das Engagement der deutschen Industrie bei den zukünftigen Galileo-Anwendungen zu stärken, veranstaltet das Bundesverkehrsministerium seit 2005 nationale Galileo-Anwenderkonferenzen. Die Konferenzen finden nicht zentral in Berlin sondern in den Regionen statt, um möglichst auch kleine und mittlere Unternehmen anzusprechen. Auf diese Weise können sich interessierte Unternehmen direkt vor Ort über Anwendungs- und Fördermöglichkeiten informieren. 

Dieses Jahr lautet das Motto " Galileo - Chance für innovative Märkte".


 
 
 
 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
„Skippers Sicherheitstipps“ - so laufen die Veranstaltungen

 
 Die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein steht Interessierten auf Anfrage zur Seite - die Anmeldung läuft völlig unkompliziert 

Mit einer umfangreichen PC-Präsentation werden die Sicherheits-Themen anschaulich erläutert. 

Mit der Veranstaltungsreihe „Skippers Sicherheitstipps“ geht die Wasserschutzpolizei Schleswig-Holstein direkt auf alle Interessierten zu. Nach dem bewährten Motto „Die Polizei – dein Freund und Helfer“ soll partnerschaftlich mit dem Wassersportler zusammengearbeitet werden. Vereine, Marinas, Schulen und weitere Institutionen haben die Möglichkeit, Kontakt zu WSP aufzunehmen, um Terminwünsche für diese etwa zweistündige Veranstaltung zu äußern. 

Programmkonzept der Veranstaltung 
? Sicherheit des Skippers 
o Funktion der Rettungsweste 
o Aktivieren und wieder zusammenlegen der Weste 
o Funktion und Austausch der Patrone und des Wasserauslösers 
o Sinn und Wichtigkeit der Prüfung durch Fachfirmen 
o Verhalten im Wasser

? Sicherheit der Crew und des Bootes 
o Zitate aus tödlichen Unfallprotokollen der BSU im Sportbootbereich 
o Fahrtvorbereitung 
o Notfallablaufplan durchfahren 
o Einweisung der Crew in Funkausrüstung und Rettungsmittel 
o bauliche Möglichkeiten der Bergung 
o Bergung und Behandlung von Unterkühlten

? Sicherheit für das Eigentum des Skipper 
o Überblick über die Kriminalitätslage rund ums Sportboot 
o Sicherungsmöglichkeiten 
o Die Gravieraktion mit den o. a. Ansprechpartnern

Natürlich werden auch alle anderen wassersportrelevanten Fragen wie z. B. nach Abwassertanks auf Sportbooten, ausländische Führerscheine und Funklizenzen, Waffenrecht beantwortet. 

Ansprechpartner sind: 

Bereich Husum/Büsum: 
Wolfgang Boe, WSPR Husum, Tel.: 04841 – 830 654 
wolfgang.boe@polizei.landsh.de 

Bereich Brunsbüttel/Glückstadt: 
Roland Specovius, WSPR Brunsbüttel, Tel.: 04124 – 70140 
roland.specovius@polizei.landsh.de 

Bereich Travemünde/Lübecker Bucht: 
Jochen Haase, WSPR Travemünde, Tel.: 04502 – 862 8330 
jochen.haase@polizei.landsh.de 

Bereich Heiligenhafen/Fehmarn: 
Klaus Große-Kleffmann, Tel.: 04362 – 50 64 820 
klaus.grosse-kleffmann@polizei.landsh.de 

Bereich Kiel: 
Frank Otte, WSPR Kiel, Tel.: 0431 – 160 1610 
frank.otte@polizei.landsh.de 

Bereich Flensburg/Eckernförde: 
Günter Herrmann, WSPR Flensburg, Tel.: 0461 – 484 6306 
guenter.herrmann@polizei.landsh.de 

 

 

 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
BSU veröffentlicht Jahresbericht 2007
 siehe hierzu auch: 
Hot Water Synopse zum  BSU-Jahresbericht 2007
 und BSU-Jahresbericht 2007
Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) hat am 15. Mai 2008 den Jahresbericht 2007 veröffentlicht.

Im zurückliegenden Jahr 2007 waren erstmalig seit Gründung der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) im Juni 2002 die Unfallmeldungen (Berufs- und Freizeitschifffahrt) rückläufig. Von 91 gemeldeten Seeunfällen (2006: 152) fielen 10 (2006: 17) in die Kategorie „Sehr Schwerer Seeunfall“ mit Todesfolge, Totalverlust oder schwerer Umweltverschmutzung. Insgesamt kamen 9 Menschen zu Tode, weitere 51 wurden verletzt. Die Unfallquote sowohl an Bord von Schiffen unter deutscher Flagge als auch innerhalb der deutschen Gewässer lag insgesamt auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Auf Sportfahrzeugen unter deutscher Flagge wurden im Jahr 2007 insgesamt 22 Unfälle registriert: 9 Seeunfälle, 10 schwere, 3 sehr schwere Unfälle.

Die drei sehr schweren Seeunfälle umfassten zwei Todesfälle aufgrund von Herzversagens sowie ein ungeklärtes Überbordgehen auf Hoher See. Ein schwerer Seeunfall mit 8 Verletzten ereignete sich darüber hinaus an Bord eines Traditionsschiffes unter niederländischer Flagge im deutschen Ostsee-Küstenmeer. Bezogen auf Sportboote weist der Bericht keine signifikanten Unfallhäufigkeiten aus. Neben den zwei Todesfällen mit medizinischer Ursache und dem einen
Todesfall durch ungeklärtes Überbordgehen sind Untergang (1x), Grundberührung (1x), Wassereinbruch (1x) und Personenunfall (1x) bei Sportbooten die dargestellten Unfallereignisse. Die registrierten Verletzungen waren Kopfverletzung (3x), Rauchvergiftung (1x), Schlaganfall (1x) und Verbrennungen (1x). Der komplette Bericht ist im Internet unter www.bsu-bund.de einzusehen und herunterzuladen.

Quelle: Kreuzer Yacht Club Deutschland e.V.

Hier stellt sich die Frage, in wieweit es um Lobbyarbeit geht. Am 30.05.2008 haben wir folgende Frage an die BSU gestellt, die leider unbeantwortet blieb. 

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu Ihrem Jahresbericht 2007 haben wir eine Verständnisnachfrage. 

Wenn wir es richtig gelesen haben, dann führen Sie auf Seite 10 sinngemäß an: „22 Seeunfälle ereigneten sich auf Sportbooten. Die drei sehr schweren Seeunfälle umfassen zwei Todesfälle auf Grund von Herzversagen sowie ein ungeklärtes Überbordgehen auf hoher See“.

Andererseits ist auf Seite 25 der Untersuchungsberichte Nr. 356/07 mit dem Unfalltag 07.08.2007 aufgeführt. Hierin wird der Skipper des SY KLEINER LUMP auf der  Elbe, Höhe Ltn. 37 beim Segeleinholen vom Baum getroffen und kann nicht wieder an Bord geholt werden. Er ist dabei um´s Leben gekommen. 

Mit diesen beiden „Aussagen“ haben wir ein Verständnisproblem. Aus unserer Sicht passen diese nicht zusammen, oder handelt es sich um eine Fehlinterpretation unsererseits?

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns diesbezüglich eine kurze Information zukommen lassen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Klug
 
 

Sportbootschule Hot Water

Zentrale Verwaltung:
Hans-am-Ende-Weg 11 a
28355 Bremen

Tel:   0421 / 25 74 999
E-Mail:  hotwater@t-online.de
Homepage:  www.sportbootschule-hotwater.de

 


 
 
 
 
 
 
 
 



 
 
 
 
 
 
 
 
 
Tödliche Unfälle - Wer an Bord die Hose runterlässt, lebt gefährlich

 
Wenn eine Wasserleiche mit einen offenen Hosenschlitz an den Strand gespült wird, braucht die Polizei nicht lange über die Unfallhergang spekulieren. Immer mehr Menschen ertrinken vor allem beim Segeln, weil sie über Bord pinkeln wollen, dabei das Gleichgewicht verlieren und ins Wasser fallen. 

Foto: epa
Verständlich, aber gefährlich. Wer über Bord pinkelt, sollte ein gut balancieren können
Er wollte nur mal kurz nach hinten. Dann war er weg. Beim „Pinkeln“ über Bord in die Ostsee gefallen. Wenig später wird der Segler am Strand angespült, der offene Hosenschlitz macht Spekulationen über die Todesursache überflüssig. 

„Es kommt immer wieder vor, dass männliche Leichen mit heruntergelassener Hose oder offenem Schlitz an den Küsten gefunden werden“, sagt Ingo Ohrt von der Wasserschutzpolizei in Kiel. Zusammen mit den Zeugenaussagen der Kollegen an Bord, die ihren Kameraden als vermisst gemeldet haben, vervollständigt sich dann schnell das Bild. Ohrt hat bisher drei solcher Fälle erlebt, die Dunkelziffer ist unbekannt. „Nicht jeder beim Pinkeln gestorbene Segler wird aufgefunden.“
Jedes Jahr sterben durchschnittlich zwischen sechs und zwölf Menschen bei Seeunfällen mit Booten – einige von ihnen immer wieder durch leichtsinniges Erleichtern an Deck. „Die Leute dürften nicht über Bord fallen, da sie eigentlich gesichert gehören“, sagt Jürgen Feyerabend, Leiter der Kreuzer-Abteilung beim DSV. „Wir appellieren an die Segler, dass über Bord fallen tödlich ist.“ 

Dies gilt gerade zu Beginn der Segelsaison, wenn die Küstengewässer sehr kalt sind. Eine Studie des Mediziners Frank Praetorius kommt zu dem Schluss, dass kaltes Wasser die Wärme 25 Mal schneller aus dem Körper zieht, als Luft derselben Temperatur. Zudem kann durch den überraschenden Sturz in eiskaltes Wasser bei den Seglern schnell eine tödliche Atemlähmung eintreten. 

„Es gibt hier komplexe Kausalketten“, sagt Feyerabend. Er verweist darauf, dass Segeln aber ein ungefährlicher Sport sei. So würden jährlich Hunderte Deutsche beim Baden ertrinken. „Auch Bergwandern oder Skifahren fordert weit mehr Tote.“ Man sei sich aber des Problems bewusst, dass fast jährlich „einige Segler nach Überbordfallen umkommen“. Wie viele Männer dieser banale wie tragische Tod ereilt, wird statistisch nicht festgehalten. Nach Angaben der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) starben bei Seeunfällen mit Sportbooten im Jahr 2003 sechs Menschen, 13 waren es 2004, acht 2005 und zwei im Jahr 2006. 

„Wenn eine Wasserleiche angespült wird, schaut man oft erst einmal, ob der Hosenschlitz auf ist“, sagt Jürgen Albers von der BSU in Hamburg. Die Zahl dieser Todesfälle sei aber zurückgegangen. „Es gibt hier mittlerweile eine andere Kultur“, hat Albers beobachtet, der auch selbst passionierter Segler ist. Der Grund sind seiner Meinung nach die Frauen – gerade wenn sie mit an Bord sind. Der Mann hätte gelernt und würde mehr auf Manieren achten. „Früher wurden auch Flaschen über Bord geworfen, heute sammelt man sie und nimmt sie mit an Land.“ 

Zudem würde die Architektur der Boote so manchem Skipper den Toilettengang an Oberdeck von vornherein vergrätzen. „Früher konnte man sich am Aufbau gut festhalten, heute gibt es in der Regel ein flaches Deck, da gibt es gar keine Möglichkeit.“ Und wen das nicht stört, der hat – wenn er Pech hat – das ganze Schiff versaut. 

Einsatzleiter Ingo Ohrt von der Wasserschutzpolizei rät bei den älteren Schiffsmodellen dazu, folgende goldene Regel zu beachten: „Eine Hand fürs Schiff und eine Hand für sich.“ Bei diesem Thema, über das in der Segler-Szene nicht gern gesprochen wird, sei immer wieder Leichtsinnigkeit festzustellen. Häufig wird der Toilettengang am Achterdeck aus Bequemlichkeit dem engen Schiffsklo vorgezogen. 

Wenn dann das Boot im Sturm über die Wellen tanzt, kann auch der erfahrenste Skipper plötzlich den Halt verlieren. Vor Beginn der Seglersaison startet die Wasserschutzpolizei nun die Initiative „Skippers Sicherheitstipps“. Der beste Schutz gegen einen Tod nach dem Toilettengang an der frischen Luft sei die Sicherung mit einer Leine, sagt Ohrt. Und das Tragen von Rettungswesten, damit der plötzliche Sturz ins Wasser nicht gleich tödlich enden muss. 

dpa/kami